Wintermärchen

Eine wahre Begebenheit

Es war einmal eine Gruppe, die aus ein paar tiefschneesüchtigen Tiefschneefahrern und einem noch süchtigeren Skilehrer bestand.

Den ganzen Sommer warten alle schon auf den langersehnten Dezember und vor allem auf die ersten Schneeflocken, die die Tiefschneesüchtigen nun wieder ins Gelände locken. Sobald genügend Schnee gefallen ist, geht es dann auch schon los für die Gruppe, die sich übrigens Jugendgruppe nennt.

Meist in der Früh um 9:45 Uhr treffen sich alle auf einer kleinen Wiese, die sich inmitten von Kitzbühel befindet, dort treffen nun alle auf ihren Skilehrer. Andi kontrolliert seine Schützlinge, ob sie mit Lawinenpiepser ausgerüstet sind und stattet sie notfalls damit aus (Lawinenpiepser sind natürlich Pflicht, sodass sie sicherer durch die bezuckerten Wälder und unbespurten Hänge fahren können.)
Doch endlich, nach langem Warten geht es ab auf den Berg, der wie wahrscheinlich einige glauben, nur präparierte Pisten zur Verfügung hat, doch das wahre Skivergnügen befindet sich ganz woanders.

Der letzte Sessellift wird nun bezwungen, bevor es ab in eine Gegend geht, die wohl mehr als nur Schnee zu bieten hat. Nun steht sie da die Jugendgruppe, vor einem Hang, fernab von jeglichem Pistentrubel, vor einem Hang, den vorher kaum wer befahren hat und auf einmal hört man schon ein Geschrei voller Freude, das von jedem Einzelnen kommt, wenn er den ersten Schwung macht.

Man möchte glauben, das sei nun alles, was diese Gruppe könnte. Denn all diese schönen Tiefschneehänge verbergen ein kleines Geheimnis und das wären die Anreise und vor allem die Abreise. Doch auch dies soll kein Hindernis für diese Gruppe sein, denn was sind schon ein paar Höhenmeter, die man überwinden muss oder ein paar Wurzeln, die sich auf einem Weg befinden. Denn was würden diese paar Menschen nicht alles für einen Tiefschneehang geben, der sie zu Plätzchen führt, von denen man manchmal behaupten könnte, sie würden sich nur in einem Märchen befinden. Aber oft wird dieses Märchen für diese kleine Gruppe wahr.

Vergessen sind in diesem Moment die Strapazen, die sie auf sich nehmen mussten, um dort anzugelangen, vergessen die Kälte oder die unerträgliche Hitze (die es auch im Winter gibt!) oder die Bäche, die es zu überqueren gilt. Genau in diesem Moment stehen sie da und freuen sich an einem Märchen teilnehmen zu können, das dann doch nicht so viele Menschen erleben können. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Doch vielleicht ist das ganze ja gar kein Märchen, sondern die Realität, die sich in unseren Bergen findet und wir sie nur entdecken und erleben müssen …